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1.0 REGELN FÜR
TURNIERSPIEL
- Die folgenden Regeln
beziehen sich auf das Spiel, die Zählweise, das Fungieren der
Offiziellen und die Verantwortlichkeiten während der
Turnierwettkämpfe bei sämtlichen Billardveranstaltungen.
- Die Grundsätze und die
Prinzipien dieser Regeln sind als ein Teil der Allgemeinen Regel
des Spiels anzusehen und sollten so passend wie möglich auf
jedes Spiel angewendet werden, ob es sich um ein formelles
Turnier handelt oder nicht.
- Aus Gründen der
Einfachheit und der Klarheit wurden bei diesen Regeln nur
maskuline Pronomina verwendet. Die Regeln beziehen sich aber auf
alle Spieler oder Teams.
1.1
Verantwortlichkeit des Spielers
- Es obliegt der
Verantwortlichkeit des Spielers, sich aller Regeln, Regelungen
und Zeitplanungen betreffend des Turniers bewußt zu sein.
- Während Turnieroffizielle
jede vernünftige Anstrengung unternehmen sollten, solche
Informationen rechtzeitig für die Spieler bereit zu halten, so
verbleibt die letztendliche Verantwortung beim Spieler selbst.
(Ausnahme siehe "Punkt 2.16 Verbindliche Warnungen").
- Falls solche
Informationen nicht weitergegeben werden, kann der Spieler
daraus keinen Regress geltend machen. Der Spieler ist für die
Einschätzung der Situation und/oder die Kenntnis der Regeln
selbst verantwortlich.
1.2
Akzeptanz der Ausrüstung
- Der Spieler soll sich vor
seinem Spiel davon überzeugen, dass die Kugeln und die restliche
Ausrüstung dem Standard entsprechen und erlaubt sind.
- Spieler, die mit ihrem
Spiel begonnen haben, können die Rechtmäßigkeit der benutzten
Ausrüstung nicht mehr in Frage stellen (es sei denn, der Gegner
und die Turnieroffiziellen stimmen der Beanstandung beide zu
gegen die Ausrüstung und die von den Turnieroffiziellen
vorgeschlagene Abhilfe).
1.3
Gebrauch von
Ausrüstung
- Spieler dürfen Ausrüstung
oder Hilfsmittel nicht auf eine Art benutzen, die nicht mit der
ursprünglich zugedachten Art übereinstimmt. Puderbehälter,
Kreideblöcke etc. dürfen beispielsweise nicht dazu benutzt
werden, um die Höhe des Hilfsqueues (oder der eigenen Hand) zu
vergrößern.
- Es dürfen nicht mehr als
zwei Hilfsqueues gleichzeitig benutzt werden, wobei diese
Hilfsqueues nichts anderes als die Spitze des Queues
unterstützen dürfen.
- Kugeln, die aus dem Spiel
sind, oder jegliche anderen Kugeln dürfen nicht dazu benutzt
werden, um Abstände oder irgend etwas anderes zu messen.
Ausgenommen hiervon ist die Feststellung des Siegers beim
Ausstoßen.
- Wird das Spiel nicht
geleitet und ist der Tisch nicht entsprechend markiert, darf das
Dreieck von Spielern benutzt werden, um festzustellen, ob sich
eine Kugel im Dreieck befindet,
1.4
Ausrüstungsbeschränkungen
- Spieler dürfen Kreide,
Puder, Hilfsqueues und Queues nach ihrer eigenen Wahl benutzen.
- Die Turnieroffiziellen
können einem Spieler jedoch Einschränkungen auferlegen, wenn er
sich bezüglich der Hausgegebenheiten oder der normalen
Turnierkonditionen störend verhält.
- Es dürfen nur Jump-Queues
benutzt werden, die nachfolgende Bedingungen erfüllen:
- der Durchmesser der Pomeranze muss mindestens 9 m und darf
höchstens 14 mm betragen
- das Queue muss länger als 1 Meter sein
1.5
Tischmarkierungen
- Beim Aufbau der Kugeln
muss ein Dreieck benutzt werden.
- Vor dem Wettbewerb muss
jeder Tisch und jedes darauf benutzte Dreieck so markiert
werden, dass sichergestellt ist, dass dasselbe Dreieck während
des gesamten Turniers auf demselben Tisch verwendet wird.
- An folgenden Stellen muss
eine dünne und klar sichtbare Bleistiftlinie auf dem Tuch zu
sehen sein
a) um die äußeren Ecken des Dreiecks herum, um genaues und
gleichbleibendes Aufbauen der Kugeln und genaue Beurteilung der
Positionen zu gewährleisten;
b) auf der Längslinie, um genaues Wiedereinsetzen der Kugeln zu
gewährleisten;
c) auf der Kopflinie, um genau entscheiden zu können, ob sich
Kugeln im oder außerhalb des Kopffeldes befinden.
- Der Kopfpunkt,
Mittelpunkt und der Fußpunkt müssen ebenfalls markiert werden,
entweder mit leichten "+"-Zeichen mit Bleistift oder mit
Standard-Punktmarkierungen, falls diese benutzt werden. Bei
Spielen, wo dies nicht erforderlich ist, müssen Mittel- und
Kopfpunkt nicht markiert sein.
1.6
Administratives Ermessen
Der Ausrichter eines jeden
Turniers kann sich das Recht vorbehalten, Regeln und
vernünftige, passende Verfahrensrichtlinien für das jeweilige
Turnier einzusetzen, welche z.B. die Anzugsordnung, die Art der
Zahlung des Startgelds, die Rückerstattungsversicherung des
Startgelds, die Flexibilität des Zeitplans, die
Verfahrensrichtlinien für Zweiergruppen etc. betreffen können.
Um jedoch für ein Turnier die Genehmigung der WPA zu erhalten,
bedarf es der Einhaltung gewisser Erfordernisse, in erster Linie
bezüglich der Preisgeldgarantien.
1.7
Verspäteter Beginn
- Ein Spieler muss bereit
sein, seine Partie innerhalb von 5 Minuten nach Beginn der
Partie anzutreten oder sein Gegner gewinnt kampflos.
- Der Beginn der Partie ist
die Zeit, zu welcher die Partie starten soll oder die Zeit, zu
der die Partie angekündigt wird, je nachdem, welcher Zeitpunkt
später liegt.
1.8
Kein Üben während der Partie
Während der Begegnung ist
das Üben nicht erlaubt. Spielt ein Spieler einen Stoß, der nicht
zur Partie gehört, so begeht er ein Foul.
1.9
Keine Hilfe während der Partie
Während ein Spiel
andauert, ist es dem Spieler untersagt, zur Planung oder
Ausführung eines Stoßes, Zuschauer um Rat zu fragen. Falls ein
Spieler um Rat fragt und solchen erhält, verliert er das Spiel.
Jeder Zuschauer, der spontan einem Spieler irgendwelche wichtige
Hilfe anbietet, wird des Turnierortes verwiesen.
1.10
Nichtverlassen des Tischs
Ist die Aufnahme eines
Spielers beendet, so muss er mit dem Spielen aufhören.
Missachtet er dies, so verliert er das Spiel (Ausnahme 14/1 -
geregelt als "bewusstes Foul").
1.11
Langsames Spielen
- Behindert ein Spieler
nach Meinung des Schiedsrichters den Verlauf eines Turniers oder
einer Partie durch ständiges langsames Spiel, so kann der
Schiedsrichter diesen verwarnen und dann nach seinem Ermessen
ein Zeitlimit von maximal 45 Sekunden pro Stoß für beide Spieler
auferlegen (d.h., beide Spieler spielen unter Zeitlimit).
- Falls der Schiedsrichter
dieses Limit über einen Spieler verhängt und es überschritten
wird, so zählt dies als Foul und der Gegner fährt gemäß den
Regeln des gerade gespielten Spiels fort.
- Während der Aufnahme
eines Spielers beginnt die Zeitnahme, wenn ein Stoß beendet ist
und dauert bis zur Berührung der Pomeranze mit der Weißen. Die
Zeit, während der die Kugeln laufen, wird nicht gezählt.
- Startet ein Spieler mit
Lageverbesserung auf dem ganzen Tisch, beginnt die Zeitnahme,
sobald er in Besitz der Weißen ist und alle Kugeln aufgebaut
bzw. wiedereingesetzt sind.
- Zehn Sekunden, bevor die
Zeit abläuft, sollte eine Ankündigung durch die Ansage von
"Time" erfolgen.
- Überschreitet ein Spieler
das für ein Turnier festgelegte Zeitlimit, so liegt ein Foul vor
und der Gegner fährt gemäß den Regeln des gerade gespielten
Spiels fort.
- Erfolgt die Zeitnahme für
einen Stoß zu spät, weil der betreffende Zeitnehmer fahrlässig
oder unaufmerksam war, so behält der Spieler den Nutzen des
verspäteten Starts.
1.12
Zeitweilig gestopptes Spiel
Falls ein Spieler einen
Stoß ausführt, während der Schiedsrichter die Partie
unterbrochen hat, so verliert er das Spiel. Die Ankündigung der
Unterbrechung wird als ausreichende Warnung angesehen (siehe
auch Regel 2.27 Zeitweilig gestopptes Spiel).
1.13 Time Out (entfallen)
1.14
Aufgabe
Gibt ein Spieler auf, so
hat er die Partie verloren. Das Aufschrauben eines
zusammengeschraubten Queues, während der Gegner am Tisch ist,
ist als Aufgabe anzusehen. Es bedarf bei der Aufgabe keiner
vorherigen Verwarnung durch den Schiedsrichter.
1.15
Zählweise bei abgebrochenen Spielen
- Spiele, die aus
irgendwelchen Gründen, die in dieser Regel genannt sind,
abgebrochen werden, werden in keiner Weise mit in die Wertung
und/oder die Statistik des Turniers mit einbezogen. Dabei ist es
unerheblich, ob es vor dem Abbruch zu irgendwelchen Wertungen
gekommen ist. In der offiziellen Wertung werden keine Punkte
aufgeschrieben, sondern nur die Notizen "W(F)" (Sieger)
und "L(F)" (Verlierer) entsprechend bei den jeweiligen
Spielern eingetragen. (Spiele, die durch Disqualifikation
beendet wurden, werden als abgebrochene Spiele im Sinne dieser
Regel behandelt.)
- Wird eine Partie aufgrund
des Fehlverhaltens des Gegners abgebrochen und hat der Spieler
eine hohe Serie (oder ähnliches, welches zur Belohnung ansteht)
in der Partie erzielt, so zählt das Ergebnis für das Erreichen
der Belohnung oder des Preises.
1.16
Spielen ohne Schiedsrichter
Ist kein Schiedsrichter
verfügbar, so hat der Spieler dessen Aufgaben zu übernehmen, der
sich im Moment nicht am Tisch befindet.
Kommentar:
Die folgenden Verfahrensweisen werden bei
einem Spiel ohne Schiedsrichter nicht angewandt:
- Zeitlimit, Unsportliches Verhalten, Aufgabe, Kleidungsfoul
- entfällt (siehe
obenstehenden Kommentar)
- Wird ein Spiel ohne
Schiedsrichter gespielt, so gilt es als Foul, wenn während
eines Jumpshots, Bogenstoßes oder Kopfstoßes sich eine nicht
Anspielbahre Kugel bewegt, weil versucht wurde, über Sie
oder um Sie herum zu spielen (egal, ob die Kugel durch die
Hand, das Queue, das Hilfsqueue oder den Durchstoß bewegt
wurde)
- Sollte ein Stoß
bevorstehen, der wahrscheinlich zu einer Streitsituation
führen wird, so kann der Spieler, der gerade nicht am Tisch
ist, zeitweise einen Turnieroffiziellen oder irgendeinen
Dritten herbeirufen, welcher entscheiden soll, ob der Stoß
korrekt ist oder nicht.
- Jegliche
Streitsituation zwischen zwei Spielern wird vom
Turnierleiter oder dessen direktem Stellvertreter
geschlichtet.
- Trifft die Weiße eine
korrekte Farbige und eine momentan nicht korrekte Kugel
ungefähr zum gleichen Zeitpunkt und kann nicht genau
bestimmt werden, welche Kugel zuerst getroffen wurde, so ist
im Zweifel für den anstoßenden Spieler zu entscheiden.
- Die Kugeln müssen so
nah wie möglich zueinander aufgebaut werden, am besten
press. Kugeln sollen nicht mehr als nötig "geklopft" werden.
Zur Glättung des Tusches ist dem Durchbürsten der Vorzug zu
geben.
(Weitere Anleitungen für
Turnierspiel im nächsten Kapitel "Anweisungen für
Schiedsrichter").
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