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2.0 ANWEISUNGEN
FÜR SCHIEDSRICHTER
2.1
Turnieroffizielle/Schiedsrichter
Überall dort, wo sich
diese Regeln auf den "Schiedsrichter" beziehen, ist zu beachten,
dass dort wo dies sinnvoll erscheint, die Vorrechte und das
Ermessen des Schiedsrichters ebenfalls auf andere bezeichnete
Turnieroffizielle angewendet werden können.
2.2
Befugnisse des Schiedsrichters
- Der Schiedsrichter sorgt
für Ordnung und für die Einhaltung der Regeln während des
Spiels. Er ist die letzte Instanz in Bezug auf
Tatsachenentscheidungen.
- Der Schiedsrichter ist
komplett verantwortlich für die Partie, die er gerade leitet. Er
kann nach seinem Ermessen andere Turnieroffizielle wegen
Regelinterpretationsfragen, Positionierung der Kugeln etc.
ansprechen.
- Jegliche Entscheidungen
werden jedoch von ihm und nur von ihm alleine gefällt. Gegen
diese Entscheidungen kann kein Spieler Einspruch bei höheren
Turnieroffiziellen einlegen. Nur wenn der Schiedsrichter
bezüglich einer Regel oder deren Anwendung einen Fehler begeht,
kann ein höherer Turnieroffizieller ihn überstimmen.
2.3
Verantwortlichkeit des Schiedsrichters
- Der Schiedsrichter ist
komplett verantwortlich für jegliche Anfragen eines Spielers
bezüglich des Spielgeschehens, wie zum Beispiel, ob eine Kugel
im Dreieck ist oder außerhalb, ob eine Kugel im Kopffeld liegt,
wie der Spielstand ist, wie viele Punkte noch zum Sieg fehlen,
ob ein Spieler aus einer Sicherheit heraus spielt, ob ein
Spieler oder sein Gegner ein Foul hat, welche Regel angewendet
würde, wenn ein bestimmter Stoß ausgeführt würde etc..
- Wird die Erklärung einer
Regel gewünscht, so wird der Schiedsrichter die betreffende
Regel so gut er kann erklären, aber jegliche Fehlaussage des
Schiedsrichters kann einen Spieler nicht davor schützen, dass
die eigentliche aktuelle Regel angewendet wird.
- Der Schiedsrichter darf
auf keine Art und Weise seine subjektive, das Spiel betreffende,
Meinung, äußern, wie zum Beispiel, ob ein guter Stoß machbar ist
oder nicht, ob ein Kombinationsstoß geht oder nicht, ob der
Tisch schnell oder langsam zu spielen ist etc..
2.4
Letztendliche Turnierbefugnis
- Obwohl diese Regeln
versuchen, die große Mehrheit der bei Turnieren auftretenden
Situationen abzudecken, könnte sich immer noch ein
gelegentlicher Bedarf nach Interpretation der Regeln und ihrer
korrekten Anwendung unter unüblichen Umständen ergeben.
- Der Turnierleiter oder
ein anderer Turnieroffizieller, dem für ein Turnier die
letztendliche Befugnis erteilt worden ist, trifft dann solche
Entscheidungen (außer Tatsachenentscheidungen des
Schiedsrichters) nach seinem Ermessen. Diese sind endgültig.
2.5
Wetten durch Schiedsrichter
Jegliches Wetten bezüglich
der Spiele, der Spieler oder des Turniers ist den
Schiedsrichtern strengstens untersagt. Wetten eines
Schiedsrichters (oder anderer Turnieroffizieller) hat dessen
sofortige Ablösung und den Entzug jeglicher für das Turnier
zugesagten finanziellen Mittel zur Folge.
2.6
Vor dem Spiel
Falls vor dem Spiel
erforderlich reinigt der Schiedsrichter Tisch und Kugeln oder
lässt diese reinigen. Er stellt sicher, dass Kreide, Puder,
Hilfsqueues verfügbar sind. Falls erforderlich markiert er die
Punkte, die Kopflinie, die Längslinie und die äußeren Ecken des
Dreiecks mit einem Bleistift oder lässt diese markieren.
2.7
Der Aufbau
Der Schiedsrichter baut
die Kugeln so nah wie möglich auf, was bedeutet, dass jede Kugel
die benachbarte Kugel berühren sollte. Es ist davon abzusehen,
Kugeln mehr als notwendig zu "klopfen". Zur Glättung des Tuches
ist dem Durchbürsten der Gegend, wo das Dreieck aufgebaut wird,
der Vorzug zu geben. Baut ein Schiedsrichter die Kugeln für ein
Spiel auf, ist es keinem Spieler erlaubt, währenddessen oder
nachher den Aufbau zu kontrollieren.
2.8
Lochansage
- Bei Spielen mit
Lochansage kann der Spieler eine Kugel seiner Wahl spielen, muss
jedoch, bevor er stößt, Kugel und Loch ansagen. Er muss keine
Details ansagen wie Karambolagen, Kombinationen oder Banden
(solange dies korrekt ist). Jegliche zusätzlich zu einer korrekt
versenkten Kugel gesenkte Kugel wird zugunsten des Spielers
gewertet.
- Falls ein Schiedsrichter
einen Stoß unkorrekt ansagt, so sollte ihn der Spieler
korrigieren, bevor er den Stoß ausführt.
- Kommt jedoch aus
irgendwelchen Gründen eine Falschaussage zustande, so wird der
Stoß gewertet, wenn der Schiedsrichter der Auffassung ist, dass
der Stoß wie geplant ausgeführt wurde.
2.9
Foulansage
Der Schiedsrichter sagt
Fouls sofort an, nachdem Sie begangen worden sind und weist den
aufnahmeberechtigten Spieler darauf hin, dass er die Weiße frei
platzieren darf, wenn dies gemäß den Regeln zutrifft.
2.10
Gleichzeitiges Treffen
Sieht der Schiedsrichter,
dass die Weiße eine korrekte und eine in diesem Moment
unkorrekte Kugel ungefähr gleichzeitig trifft und er kann nicht
genau sagen, welche Kugel zuerst getroffen wurde, so hat er im
Zweifel für den anstoßenden Spieler zu entscheiden.
2.11
Ausräumen der Taschen
Wird auf Tischen ohne
automatischen Kugelrücklauf gespielt, so entfernt der
Schiedsrichter die Kugeln aus vollen oder nahezu vollen Taschen.
Es liegt in der Verantwortlichkeit des Spielers, auf diese
Tätigkeit zu achten. Der Spieler hat kein Einspruchsrecht, falls
eine Kugel aus einer vollen Tasche zurückspringt.
2.12
Säubern der Kugeln
Während eines Spiels kann
der Spieler den Schiedsrichter dazu auffordern, eine oder
mehrere Kugeln zu reinigen. Der Schiedsrichter reinigt dann jede
sichtbar verschmutzte Kugel.
2.13
Wiedereinsetzen der Kugeln
Um jegliche unnötige
Anleitung durch einen Spieler beim Wiederaufbau der Kugeln zu
vermeiden, sollte der Schiedsrichter die Kugeln so aufbauen,
dass die Zahl auf der Kugel nach oben zeigt.
2.14
Erfragen von Informationen
Falls ein Schiedsrichter
bei einem möglichen Foul keine gute Sicht gehabt hat, so kann er
eine Entscheidung nach jeglichen Kriterien fällen, die er für
richtig hält.
2.15
Unzweckmäßiger Gebrauch von
Ausrüstung
- Der Schiedsrichter sollte
aufmerksam beobachten, ob ein Spieler Hilfsmittel oder
Ausrüstungsgegenstände auf eine Art und Weise benutzt, die nicht
der ursprünglich zugedachten entspricht. Turnieroffizielle
sollten diesem Verhalten der Spieler entgegenwirken.
- Grundsätzlich wird ein
Verhalten nach Regel 2.15 Unzweckmäßiger Gebrauch von Ausrüstung
(1) nicht bestraft, da der Schiedsrichter oder ein
Turnieroffizieller einschreiten muss, bevor ein solcher Fall
eintritt. Sollte ein Spieler jedoch diese (oder jegliche andere)
Anweisungen ignorieren, nachdem er ausdrücklich darauf
hingewiesen wurde, dass diese Tätigkeit nicht erlaubt ist, so
können die Turnieroffiziellen gegen diesen Spieler gemäß den
Regelungen unter "Unsportlichem Verhalten" einschreiten. (Siehe
auch 1.3 Gebrauch von Ausrüstung und 1.4
Ausrüstungsbeschränkungen.)
2.16
Verbindliche Warnungen
- Wann immer der
Schiedsrichter die Gelegenheit dazu hat, muss er einen Spieler
warnen, wenn dieser dabei ist, ein schwerwiegendes Foul zu
begehen (z.B. das dritte Foul in Folge, Frage nach Ratschlägen,
Weiterspielen nachdem ein Foul ausgesprochen wurde). Ansonsten
wird jegliches Foul als ein normales Foul gewertet (außer wo
gesondert vermerkt).
- In den Spielen, wo dies
zutrifft, muss der Schiedsrichter den Spieler informieren, dass
dieser zwei Fouls hat. Unterlässt er dies, so wird angenommen,
dass der Spieler nur ein Foul vor dem Stoß hatte.
- Der Schiedsrichter muss
dem Spieler ansagen, dass eine Kugel press an der Bande liegt.
Anderenfalls wird die Situation so gewertet, als habe der
Spieler die Kugel mit dem Stoß an die Bande gespielt.
- Der Schiedsrichter muss
den Spieler rechtzeitig vor einem Stoß informieren, je nachdem,
wann der Spieler ihm die Zeit dazu gibt. Eine Warnung, die in
dem Moment ausgesprochen wird, wenn ein Spieler stößt, wird als
ungenügend angesehen. Dem Spieler muss genügend Zeit gegeben
werden, auf die Warnung zu reagieren.
2.17
Wiederherstellen einer Position
Ist es erforderlich eine
Position wiederherzustellen, hat der Schiedsrichter die Position
der bewegten Kugel so gut es geht wiederherzustellen. Ist der
Schiedsrichter unsicher, kann er zu diesem Zweck um Rat fragen.
2.18
Störung von außerhalb
- Falls während eines
Stoßes eine Störung von außerhalb auftritt und der Stoß dadurch
beeinflusst wird, stellt der Schiedsrichter die Lage vor dem
Stoß wieder her und der Stoß wird wiederholt.
- Hatte die Störung keinen
Einfluss auf den Stoß, dann legt der Spieler die durch die
Störung bewegten Kugeln an ihre alte Position zurück und das
Spiel geht weiter.
- Falls die Kugeln nicht in
ihre ursprüngliche Lage zurückgelegt werden können, so wird das
Spiel neu begonnen. Dabei hat der Spieler Anstoß, der das Spiel
auch ursprünglich begonnen hat.
2.19
Unkorrekt bewegte Kugeln
Jeder Spieler, der nach
Meinung des Schiedsrichters eine Kugel absichtlich mit
unkorrekten Mitteln bewegt hat (Reißen am Tuch, Drücken oder
Schieben des Tisches etc.), verliert das Spiel und/oder die
Partie durch Abbruch (Entscheidung und Ermessen des
Schiedsrichters siehe "Unsportliches Verhalten"). Eine vorherige
Warnung durch den Schiedsrichter ist nicht erforderlich.
2.20
Beurteilung von Durchstößen
- Beträgt die Entfernung
zwischen der Weißen und der farbigen Kugel weniger als die
Stärke eines Stückes Kreide, so hat der Schiedsrichter besondere
Aufmerksamkeit walten zu lassen.
- Läuft in einer solchen
Situation die Weiße der farbigen Kugel mehr als eine halbe
Kugelstärke nach, so liegt ein Foul vor. Dies gilt nicht, wenn
der Schiedsrichter sicher sagen kann, dass ein korrekter Stoß
ausgeführt wurde.
2.21
Warnung "Außerhalb des Kopffeldes"
- Darf ein Spieler die
Weiße im Kopffeld verlegen, so muss ihn der Schiedsrichter
warnen, wenn er sieht, dass der Spieler von außerhalb des
Kopffeldes spielen möchte.
- Stößt der Spieler dann
trotz der Warnung von der Kopflinie oder von außerhalb des
Kopffeldes, so liegt ein Foul vor. Siehe die speziellen
Spielregeln bezüglich der Bestrafung.
2.22
Platzzuweisung des Spielers
- Die Spieler müssen sich
an dem Ihnen zugewiesenen Ort aufhalten, während der Gegner am
Tisch ist.
- Sollte ein Spieler
während der Partie den Spielort verlassen müssen, so hat er
dafür den Schiedsrichter zu fragen und dessen Erlaubnis
abzuwarten.
- er Schiedsrichter sollte
seine Aufmerksamkeit darauf richten, dass nicht unnötig viel
Zeit gebraucht wird und dass ein Spieler dieses Privileg nicht
dazu missbraucht, seinen Gegner zu beeinträchtigen.
2.23
Verbot der Annahme von Ratschlägen von
außerhalb
- Sofern es nicht durch
turnierspezifische Regeln ausdrücklich erlaubt ist, ist es dem
Spieler untersagt, wissentlich jede Art von Ratschlägen von
außerhalb anzunehmen.
- Während des Spiels ist es
dem Spieler untersagt, mit anderen Personen als den
Turnieroffiziellen oder seinem Gegner Kontakt aufzunehmen.
- Sollte ein Spieler eine
Unterhaltung begehren, um z.B. ein Getränk oder einen
Ausrüstungsgegenstand zu bestellen, oder hat er irgend einen
anderen erlaubten Grund, so muss er dies entweder durch einen
Turnieroffiziellen oder mit der Genehmigung und unter
Beobachtung des Schiedsrichters tun.
- Hat der Schiedsrichter
Grund zu der Annahme, dass ein Spieler wissentlich Unterstützung
bezüglich des Spiels von außerhalb anfordert oder akzeptiert, so
muss er die entsprechenden Schritte wegen "unsportlichem
Verhaltens" einleiten.
2.24
Störung oder Belästigung von außerhalb
Falls ein Zuschauer, der
nicht selbst Spieler des Turnier ist, die Spieler in irgendeiner
Weise vorsätzlich optisch oder akustisch stört, kann der
Schiedsrichter verlangen, dass der Zuschauer den Raum verlässt.
2.25
Langsames Spiel
(Siehe Punkt 1.11
Langsames Spielen dieser Regel.)
2.26
Proteste
- Ein Spieler kann vom
Schiedsrichter oder von einem zuständigen Turnieroffiziellen
eine Interpretation der Regel verlangen oder gegen eine
Fehlentscheidung bezüglich eines Fouls protestieren.
- Der Protest oder die
Anfrage haben vor dem nächsten Stoß zu erfolgen, da sie
ansonsten nicht mehr berücksichtigt werden können. Wird dies
unterlassen, so bleibt das Foul ohne Folgen und wird als nicht
existent betrachtet.
- Der Schiedsrichter ist
letzte Instanz bei Tatsachenentscheidungen.
- Glaubt ein Spieler, dass
der Schiedsrichter die Regel unkorrekt anwendet und der
Streitfall nicht dadurch gelöst werden kann, dass sich auf die
Regel berufen wird, so muss der Schiedsrichter den Protest an
den Turnierleiter oder dessen Stellvertreter weiterleiten. Die
Entscheidung des Turnierleiters bezüglich der Regel ist
endgültig.
- Ein Spieler kann auch
protestieren, wenn er meint, dass der Schiedsrichter
Ungerechtfertigteerweise ein Foul gegeben hat. In jedem Fall
wird die Partie angehalten, bis der Protest behandelt wurde.
- Alle Spieler haben die
Anfrage des Gegners, das Spiel anzuhalten, zu respektieren, wenn
a) ein Turnieroffizieller gerufen wird oder
b) der Schiedsrichter gebeten wird, eine Regelfrage zu
kontrollieren oder durch einen anderen Turnieroffiziellen zu
bestätigen
- Sollte eine solche
Anfrage nicht respektiert werden, so kann dies eine
Disqualifikation oder den Verlust der Partie wegen
"unsportlichem Verhalten" nach sich ziehen.
2.27
Zeitweilig gestopptes Spiel
- Der Schiedsrichter kann
eine Partie immer dann unterbrechen, wenn Spieler Protest
einlegen oder wenn er meint, dass eine Fortführung des Spiels im
Moment nicht durchführbar ist.
- Stört ein Zuschauer eine
Partie, so kann die Partie gestoppt werden, bis dieser Zuschauer
vom Spielort entfernt worden ist.
2.28
Unsportliches Verhalten
- Der Schiedsrichter hat
das Recht und die Pflicht, sicherzustellen, dass kein Spieler
irgendwelche Aktivitäten unternimmt, die nach seiner Meinung
ihrer Natur nach unsportlich sind, sich peinlich, störend oder
schädlich auf andere Spieler, Turnieroffizielle oder Gäste oder
den Sport generell auswirken.
- Der Schiedsrichter oder
andere Turnieroffizielle haben das Recht, jeden Spieler, der
sich unsportlich verhält, mit oder ohne Warnung zu
disqualifizieren oder zu bestrafen.
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